Italienisch am LWG

Geschrieben von: Achim Schwelle

Seit dem Schuljahr 2007/08 wird am LWG die italienische Sprache als dritte Fremdsprache ab Klasse 8 unterrichtet. Damit wurde die langjährige Tradition dieses Faches am LWG fortgeführt und gestärkt. Nachdem bisher Italienisch als AG (4. Fremdsprache) gelehrt wurde, zunächst über viele Jahre von Gunter Seele, dann ab 2000 von seinem Nachfolger Achim Schwelle, ist es nun Hauptfach geworden. Aktuell unterrichten am LWG Franca Alfonso, Dominik Hilberer und Achim Schwelle Italienisch.

Profile des LWG

Ende Klasse 7 (G8) oder Ende Klasse 8 (G9) können unsere Schüler nun also wählen zwischen dem naturwissenschaftlichen Zug mit NWT als Profilfach, dem altsprachlichen Zug mit Altgriechisch oder dem neusprachlichen Zug mit Französisch oder eben Italienisch (siehe hierzu auch das Bildungsangebot am LWG). Von Klasse 8 bis 10 bzw. 9 bis 11 ist für diese Schüler Italienisch damit Hauptfach und wird so unterrichtet, dass mit Klasse 10 bzw. 11 der eigentliche Spracherwerb (Grammatik) weitgehend abgeschlossen ist. Unser Lehrbuch („Appunto“ vom Buchner-Verlag) ist ein sehr bewährtes Lehrbuch; es bietet in Klasse 8-10 (9-11) eine methodisch abwechslungsreiche und inhaltlich ansprechende Grundlage des Unterrichts und vermittelt ein realistisches, facettenreiches Italienbild.

In der Kursstufe können die Schüler Italienisch bei angemessener Zahl der Meldungen als vierstündigen Kurs fortführen und damit auch schriftliches Abitur machen. Hier treten dann landeskundliche und literarische Themen in den Vordergrund. Bisher hatten wir am LWG seit 2012 praktisch regelmäßig Italienischabitur.

Der Schüleraustausch mit Fano wird alle zwei Jahre durchgeführt und gehört ebenso zu unserem Schulprofil wie die Studienfahrt nach Rom, die das LWG in der Regel anbietet und die ebenfalls eine lebendige Begegnung mit italienischer Geschichte und Gegenwart ermöglicht.

Italienisch als 3. Fremdsprache – Anforderungen

Eine dritte Fremdsprache wird immer so unterrichtet, dass auf den methodischen Fähigkeiten, die die Schüler beim Lernen der vorherigen Sprachen erworben haben, aufgebaut wird. Das Tempo des Spracherwerbs ist daher etwas höher als in der ersten oder zweiten Sprache, sodass die meisten Schüler spätestens nach dem ersten Lernjahr ein alltägliches Gespräch ohne weiteres führen können. Der Vergleich mit den vorher gelernten Sprachen spielt bei der Einführung neuer grammatischer Strukturen eine große Rolle. Da unsere Schüler entweder Latein- oder Französischkenntnisse mitbringen, können wir gut darauf aufbauen.

Der Bildungsplan beschreibt das Vorgehen in der dritten Fremdsprache Italienisch so:
„Die kontrastive Betrachtungsweise zur eigenen Muttersprache und zu früher gelernten Fremdsprachen erleichtert und beschleunigt den Lernfortschritt. Die Inhalte des Unterrichts spiegeln soziokulturelle Aspekte Italiens wider; sie erfahren ihre konkrete Realisierung in Situationen, die für das Lebensumfeld von 14- bis 18-jährigen Jugendlichen in Deutschland und Italien typisch sind und schärfen den Blick für andere Lebensformen, unterschiedliche Verhaltensmuster und Wertesysteme.“

Erreichtes Niveau

Das Niveau in Italienisch (dritte Fremdsprache) ist laut Bildungsplan identisch mit dem, was in Französisch (zweite Fremdsprache ab Klasse 6) bis Klasse 10 (11) bzw. 12 (13) erreicht wird:

„Bis zum Ende der Klasse 10 (11) erreichen die Schülerinnen und Schüler [in Italienisch] annähernd das Niveau B1, bis zum Ende der Klasse 12 (13) im Allgemeinen das Niveau B2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen der Europarates.“ (Bildungsplan)

Eignung für das Fach Italienisch

Geeignet ist Italienisch für alle Schülerinnen und Schüler, die sich dieses etwas höhere Tempo des Spracherwerbs zutrauen und die auch das entsprechende Interesse an Land- und Leuten mitbringen. Der Schwierigkeitsgrad der Sprache und das Unterrichtsniveau entsprechen in etwa dem des Französischen.

Italienisch als Kultursprache in Deutschland

Noch zu Goethes Zeiten, also um 1800, war es in gebildeten Kreisen beinahe selbstverständlich, dass man neben Latein und Französisch auch Italienisch sprach oder mindestens lesen konnte. Englisch spielte in jener Zeit noch nicht die Rolle, die es heute spielt. Der große Einfluss des Italienerlebnisses auf Johann Wolfgang von Goethe und damit auf die Weimarer Klassik, geschildert in der „Italienischen Reise“ (1786-1788) ist sicherlich hinlänglich bekannt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass schon Goethes Vater, Johann Caspar Goethe, einen solchen Reisebericht verfasste. Sein Buch schrieb er – mit Hilfe seines Sprachlehrers – sogar auf Italienisch, es heißt „Viaggio per l’Italia fatto nell’ anno MDCCXL“ („Reise durch Italien im Jahre 1740“) und ist voller interessanter Beobachtungen über das damals noch nicht vereinte Italien.

Ein weiteres Dokument deutschen Interesses an Italien ist Johann Gottfried Seumes „Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802“, worin er seine tatsächlich zu Fuß unternommene Tour beschreibt. Dieses Werk ist weniger der deutschen Italiensehnsucht gewidmet, sondern zeigt ein kritisch betrachtetes Bild des damaligen Italien. Vor dieser Folie wird natürlich auch die deutsche Realität der napoleonischen Zeit kritisch gespiegelt.

Diese drei Beispiele zeigen schon, mit welcher Selbstverständlichkeit man sich in Deutschland schon lange mit Italien beschäftigt hat. Die Lyrik zur Italiensehnsucht füllt ganze Anthologien.

Im Bildungsplan steht dazu noch folgendes:
„Italienisch ist die Sprache eines wichtigen Mitgliedstaates der Europäischen Union, mit dem das Bundesland Baden-Württemberg besonders enge kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen unterhält. Durch Beschäftigung mit landeskundlichen und literarischen Themen trägt der Unterricht in besonderem Maße zur Allgemeinbildung der Schülerinnen und Schüler bei. Über den reinen Spracherwerb hinaus lernen die Schülerinnen und Schüler mit Italien ein Land kennen, das kulturell eine Sonderstellung in der Welt einnimmt und das besonders von Deutschen schon seit Jahrhunderten vor allem wegen seiner Kulturgüter geschätzt und bereist wird. Die Kontakte mit Italien haben sich durch die Präsenz der italienischen Einwanderer im letzten halben Jahrhundert noch verstärkt. Durch spezifische Inhalte erzieht der Unterricht zu Toleranz und zum Abbau von Vorurteilen, sensibilisiert die Jugendlichen für fremde Lebensweisen und Wertvorstellungen und fördert somit die Offenheit gegenüber den Menschen und der Lebenswirklichkeit in Italien. Insofern kommt dem Italienischunterricht eine wichtige Funktion bei der Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen zu.“