Infoabend Sucht am LWG zum Thema „Neue Illegale Drogen“

Legal Highs. Ein gefährlicher Drogentrend

Infoabend Sucht am LWG zum Thema „Neue Illegale Drogen“ nimmt aktuelle Entwicklungen in den Blick.

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100 neue psychoaktive Substanzen wurden im allein Jahr 2015 registriert! Um diese „Legal Highs“ drehte sich der diesjährige Infoabend Sucht am LWG, der in das Präventionskonzept „Stark gegen Sucht“ der Schule integriert ist. Die Vortragenden Herr Wolfgang Langer, langjähriger Leiter der Fachstelle Sucht Rastatt und Baden-Baden, und Herr Wolfgang Schmalbach, Beauftragter der Polizei Rastatt für Präventionsarbeit, boten der interessierten Zuhörerschaft ihr Wissen.

Wie auch bei den „klassischen illegalen Drogen“ können bei den neuen psychoaktiven Substanzen vor allem beruhigend wirkende („Räuchermischungen“) und stimulierende („Badesalze“) unterschieden werden.  Diese Substanzen können aufgrund einer schwierigen Gesetzeslage meist legal über das Internet gehandelt werden und zu leider „taschengeldfähigen Preisen“, so Langer, erworben werden. Somit sind sie besonders für jugendliche Konsumenten interessant. Die harmlosen und oft bunten Verpackungen sind hierbei ebenfalls geschicktes Marketing der Drogenhändler. Oftmals ist die Wirkung der Substanzen gar nicht genau bekannt. Die Konsumenten begeben sich auf eine ungewisse Reise ins Drogenreich, die auch oft heftige Wechselwirkungen auslösen kann. Die chemische Zusammensetzung ist ebenfalls unklar, so dass die ärztliche Behandlung im Notfall oft sehr schwierig ist. 2014 gab es in Baden-Württemberg allein sechs Todesfälle aufgrund des Konsums solcher Stoffe, so Schmalbach. Auf der immer wieder veränderten Chemie beruht auch die zeitweise Legalität dieser Drogen, denn bis die Droge ins Betäubungsmittelgesetz aufgenommen ist, sind chemische geringe Veränderungen vorgenommen und die neuen Derivate dann wieder legal auf dem Markt. Der Gesetzgeber hat hiergegen erst im November 2016 eine Gesetzesänderung vorgenommen und hofft so, den Markt schneller in den Griff zu bekommen, führte Schmalbach aus.

Langer und Schmalbach thematisierten auch den stark angestiegenen Cannabiskonsum. Die derzeit gehandelten Cannabisprodukte enthielten einen wesentlich höheren THC-Gehalt als die früheren und seien damit in ihrer Wirkung viel stärker, so Langer. Bei den neuen psychoaktiven Substanzen stellen auch die synthetischen Cannabinoide eine große Sparte. Aber auch bei den Amphetaminen ist eine extreme Konsumsteigerung festzustellen. Langer beschrieb die Situation im Landkreis erstmalig so, dass es gleich viele Klienten der Beratungsstelle gebe, die wegen Alkoholsucht und wegen der Sucht nach illegalen Substanzen behandelt werden. Jugendliche seien generell vermehrt bereit illegale Drogen zu konsumieren und gingen größere Risiken ein, so Langer.

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